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Zurück zu Aktuelles >Gülle noch bis 15. Oktober UND bereits ab 1. Januar


In allerletzter Minute hat die wallonische Regierung die Frist für die Ausbringung von Gülle auf Grünland über der 30. September hinaus um zwei Wochen verlängert. Konkret dürfen bis zum 15. Oktober maximal 80 kg N in Form von schnell wirkenden organischen Düngern auf Grünland ausgebracht werden. Dies entspricht ca. 20 m³ Rindergülle pro Hektar.

Ganz wohl ist der Regierung dabei allerdings nicht, denn sie erinnert daran, dass die APL-Werte (auswaschungsgefährdeter Reststickstoff) im Herbst 2018, als die Frist für die Gülleausbringung ebenfalls um zwei Wochen verlängert worden war, doppelt so hoch waren in den Vorjahren. Man ist aber bereit, dieses Risiko einzugehen, weil man erkannt hat, dass viele Betriebe unbedingt noch Gülle ausbringen müssen, um ausreichend Lagerkapazität freizumachen, um über den Winter zu kommen. Das ist auch der Grund, weshalb die Regierung zur allgemeinen Überraschung noch einen Schritt weiter geht: Sie zieht das Ende der Sperrfrist in diesem Winter um zwei Wochen vor: Es darf in diesem Winter ausnahmsweise ab dem 1. Januar Gülle auf Grünland ausgebracht werden (begrenzt auf 80 kg N/ha und insofern es die Wetterbedingungen erlauben).

Wir begrüßen die doppelte Entscheidung der Regierung. Was die Verschiebung des Beginns der Sperrfrist auf den 15. Oktober betrifft, so bedauern wir, dass diese Entscheidung erst am vorletzten Tag getroffen worden ist – und dies umso mehr, als wir die zuständigen Minister Tellier und Borsus bereits Ende August auf besondere hitze- und dürrebedingte Situation in diesem Sommer hingewiesen und eine schnelle Entscheidung angemahnt haben. Glücklicherweise wird dieser Nachteil dadurch aufgewogen, dass das Ende des Winters die Sperrfrist um zwei Wochen vorgezogen wird.