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Zurück zu Aktuelles >Grünes Licht für Ausnahmeregelung für Brachflächen


Die Invasion der Ukraine durch Russland hat weltweit große Auswirkungen auf das Angebot und die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen. In der Folge davon haben sich Lebensmittel stark verteuert. Um dieser Situation entgegenzuwirken, hat sich die EU-Kommission darauf geeinigt, das landwirtschaftliche Produktionspotenzial der EU sowohl für die menschliche als auch für die tierische Ernährung zu erhöhen.

Da die Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen Flächen das Potenzial für die Ausweitung der Produktion begrenzt, hat die EU-Kommission am 23. März einen Beschluss gefasst, der es den Mitgliedstaaten ermöglicht, 2022 ausnahmsweise und vorübergehend von bestimmten Verpflichtungen für Brachen, die als ökologische Vorrangflächen angelegt worden sind, abzuweichen, ohne dass dies als Verstoß gegen die gesetzlichen Verpflichtungen (Greening-Auflagen) gewertet wird.

Der Kommissionsbeschluss sieht vor, dass die Mitgliedstaaten für 2022 Ausnahmen von bestimmten Greening-Auflagen gewähren können. So können die Mitgliedstaaten die landwirtschaftliche Nutzung von Brachflächen (Beweidung, Ernte zu Produktionszwecken…) erlauben, ohne dass dies sich für den Betrieb negativ auf die Diversifizierungskriterien oder die Bewertung des Anteils der Flächen von ökologischem Interesse auswirkt. Dabei dürfen die Mitgliedstaaten auf diesen Brachflächen sogar den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zulassen.

Bei der Umsetzung der vorgeschlagenen Ausnahmeregelungen lässt die EU-Kommission den Mitgliedstaaten großen Spielraum. Der wallonische Landwirtschaftsminister Willy Borsus hat vorgeschlagen, den Empfehlungen der Kommission zu folgen, damit „Wallonien seinen Beitrag zu den kollektiven Anstrengungen leisten kann, die erforderlich sind, um die Lebensmittelversorgung in der EU zu gewährleisten“.

Die Regierung der Wallonischen Region hat deshalb entschieden, dass Brachflächen im laufenden Jahr landwirtschaftlich genutzt werden dürfen. Konkret bedeutet dies, dass sie beweidet werden können oder dass eine der folgenden Kulturen darauf angebaut (ohne Einsatz von Pflanzenschutzmittel) und geerntet werden darf:

   - Körner- (Code 202) und Silomais (Code 201),
   - Kleegras (Code 72) und Luzerne (Code 73),
   - Ackerbohnen (Codes 521 und ),
   - Gemenge aus Hülsenfrüchten und Getreide oder anderen Arten (Codes 541 und 542),
   - …

Die EU-Kommission hat diesen wallonischen Ausnahmeregelungen am 22. April die Zustimmung erteilt.