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Mist (inkl. der bei der Gülleseparierung anfallenden festen Phase) soll mindestens während drei Monaten auf einer undurchlässigen Betonfläche gelagert werden müssen, bevor er auf dem Feld (oder einer anderen durchlässigen Fläche) gelagert werden darf. Dabei muss dafür Sorge getragen werden, dass keine Sickersäfte in den Boden oder Gewässer gelangen. Ausgenommen von dieser dreimonatigen Vorlagerzeit ist Mist mit Stroheinstreu sowie Kompost mit mindestens 35% Trockensubstanz; sie können direkt auf einer durchlässigen Fläche (d.h. auf dem Feld) gelagert werden.

Lagerung

Bei der Lagerung im Feld muss ein Mindestabstand von 20 m zu Gewässern, Wasserentnahmestellen, Eintrittsstellen zu einer öffentlichen Kanalisation… eingehalten werden. Zudem darf das Lager weder in einer überschwemmungsgefährdeten Zone noch in einer natürlichen Regenwasserablaufachse angelegt werden. Außerdem muss die Lagerstätte statt nach 10 Monaten in Zukunft bereits nach spätestens 9 Monaten geräumt sein.

Die Gültigkeitsdauer der Konformitätsbescheinigung für Gülle- und Mistlager (ACISEE-Bescheinigung) soll auf 7 Jahre verlängert werden (statt bisher 5 Jahre). Das obligatorische Transportdokument für den Transport zu einem weniger als 10 km entfernten angemieteten Güllelager soll gestrichen werden.

In Sachen Gülleausbringung bei Schnee wird präzisiert, dass das Ausbringungsverbot gilt, „wenn der Boden vollständig durch Schnee bedeckt ist (geschlossene Schneedecke), unabhängig von der Dicke der Schneeschicht“. Außerdem soll jegliche Düngung von Flächen mit hohem Überschwemmungsrisiko verboten werden, wenn starker Regenfall angekündigt ist.

Bodenbedeckung

Auf unbewachsenem Acker müssen schnell wirkende organische Dünger – wie bisher – innerhalb eines Tages in den Boden eingearbeitet werden. Neu sind Kriterien für die Bewertung der Bodenbedeckung. So gilt der Boden im Fall von Maisäckern erst dann als bedeckt, wenn der Mais mindestens 9 entfaltete Blätter aufweist (Stadium 19 auf der BBCH-Skala), im Fall von Getreide und Wechselgrünland erst ab dem Beginn der Bestockung (Stadium 21 auf der BBCH-Skala).

In Sachen Nitratfallen wird präzisiert, dass die Zwischenkultur „schnellstmöglich“ nach der Ernte der Hauptkultur, spätestens aber am 15. September ausgesät werden muss. Die Zwischenkultur wird dazu verpflichtet, unter „normalen“ Witterungsumständen den Boden im Laufe ihrer Entwicklung mindestens zu 75% zu bedecken. Sie darf frühestens am 16. November entfernt werden.

In Sachen Registrierung der Ausbringung von Düngemitteln bleibt der Text vage. Es wird lediglich ein Register für Mineraldünger angedeutet, mit Angabe der „Art des verwendeten Düngemittels, dem Zeitpunkt der Verwendung, der benutzten Menge und dem Ort der Anwendung“.

Grünlandumbruch

In Sachen Umbruch von Dauergrünland steht offensichtlich eine (kleine) Lockerung an. So ist geplant, dass Grünland anders als bisher auch zwischen dem 1. Juni und dem 31. August einschließlich umgebrochen werden darf, aber nur, um bis spätestens 31. August neues Dauergrünland anzulegen. In diesem Fall dürfen von drei Monaten vor bis zwei Jahre nach dem Umbruch keinerlei Düngemittel auf der Parzelle ausgebracht werden.

Zudem darf Dauergrünland auch zwischen dem 1. September und dem 31. Januar einschließlich erneuert werden, aber ausschließlich um durch Tiere oder außergewöhnliche Wetterereignisse verursachte Schäden zu beheben.

Ferner ist anzumerken, dass die Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland auf Parzellen mit einem extremen Abschwemmungsrisiko genehmigungspflichtig werden soll.

Der große Knackpunkt

Um das Risiko des oberflächiges Abfließens von Stickstoff und seinen Eintrag in Oberflächengewässer zu minimieren (und letztendlich dem Ackerbau in gewissen Situationen unattraktiv zu machen), sind für Ackerflächen in gewissen topografischen Situationen Düngungseinschränkungen geplant. Deshalb ist man in Namür bereits seit geraumer Zeit damit beschäftigt, alle landwirtschaftlich genutzten Parzellen anhand des Gefälles in Risikoklassen einzustufen - von sehr gering bis extrem.

Für Dauergrünland sind abgesehen von einem 6 m breiten Streifen entlang von Gewässern, der unabhängig vom Gefälle nicht gedüngt werden darf, keine weiteren Einschränkungen geplant. Auch im Acker (einschließlich Wechselgrünland) muss dieser Abstand immer und überall eingehalten werden und darüber hinaus muss dieser Streifen dauerhaft bepflanzt und darf nicht gedüngt werden. Je nach Gefälle bzw. Abtragsrisiko kommen jedoch weitere Einschränkungen hinzu, unabhängig von der Entfernung zum nächsten Gewässer.

Außerhalb der gefährdeten Gebiete ist vorgesehen:

   - extremes Risiko: jegliche Düngung ist verboten (sowohl organisch als mineralisch)
   - sehr hohes Risiko: mineralische Dünger verboten; sowohl schnell als langsam wirkende organische Dünger erlaubt
   - hohes Risiko: organische Düngung erlaubt; mineralische Düngung erlaubt