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Strategischer Plan GAP 2023: Wallonien legt die Leitlinien festZurück zu Themen >


Die wallonische Regierung hat in dieser Woche das Budget und die großen Leitlinien des strategischen Plans zur neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum 2023 bis 2027 gutgeheißen.

Der Strategieplan legt den Schwerpunkt auf die Einkommenssicherung der Landwirte sowie Anreize für den Generationswechsel. Hinzu kommen Ziele in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz sowie Förderung der Artenvielfalt. Dafür sieht die Wallonische Region finanzielle Mittel in Höhe von 1,86 Mrd. Euro vor.

In ihren Anfängen verfolgte die Gemeinsame Agrarpolitik rein landwirtschaftliche Ziele, nämlich die Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft, die Gewährleistung der Versorgungssicherheit Europas, die Stabilisierung der Märkte und die Sicherung eines „korrekten“ Einkommens für die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung bei gleichzeitig „angemessenen“ Lebensmittelpreisen für die Verbraucher.

Diese Ziele haben weiterhin Bestand, aber sie sind im Laufe der Jahrzehnte um andere Aspekte ergänzt worden wie die Entwicklung des ländlichen Raums, den Umweltschutz oder jüngst den Klima- und den Artenschutz.

Mit ihrem Strategieplan versucht die Wallonische Region, diese und noch weitere politischen Ziele unter einen Hut zu bringen:

- das Einkommen der Landwirte stützen,

- die verschiedenen Arten der Landwirtschaft ausgewogen unterstützen,

- die familiäre Landwirtschaft unterstützen,

- die Ernährungsautonomie wahren und fördern,

- den Übergang zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft sicherstellen,

- einen Beitrag zu den wallonischen Natur-, Umwelt- und Klimazielen leisten,

- die durch den Green Deal vorgegebene Richtung einschlagen,

- die Übernahme von Betrieben durch die junge Generation fördern und

- die Wertschöpfung der landwirtschaftlichen Produktion stärken und in die Region zurückholen.

In der 1. Säule  (Direktzahlungen) wird ein Budget von 1,328 Mrd. Euro bereitgestellt. Davon reserviert Wallonien mindestens 26% für die neuen Öko-Regelungen, also geringfügig mehr als das von der EU-Kommission vorgegebene Minimum (25%).

Im Rahmen der 2. Säule werden Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums im weitesten Sinne gefördert. Dafür ist die 2. Säule mit 534 Mio. Euro ausgestattet. Zu 37% handelt es sich dabei um EU-Gelder, die zu 63% von der Wallonischen Region kofinanziert werden.

Minister Borsus sieht in dem nun vorgelegten Strategischen Plan den Garant für eine ausgewogene GAP, die die Vorstellungen der verschiedenen an der Ausarbeitung beteiligten Interessengruppen berücksichtigt, den Eigenheiten der verschiedenen Formen von Landwirtschaft angemessen Rechnung trägt und gleichzeitig eine Wende der Landwirtschaft hin zu mehr Umwelt-, Arten- und Klimaschutz unterstützt.

Nächster Schritt ist die Einreichung des Plans bei der EU-Kommission.