Die Bekämpfung der Infektiösen Bovinen Rhinotracheitis (IBR) dauert bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. Dennoch ist die Krankheit in Belgien noch immer nicht unter Kontrolle. Für den Bauernbund ist deshalb klar: Ein unverändertes Vorgehen reicht nicht aus. Wir müssen die Ansteckungsrisiken konsequenter begrenzen, um unsere Rinderbetriebe und den Tierhandel dauerhaft zu schützen.
Risiken wurden gründlich untersucht
Im Agrofront sind auf nationaler Ebene die großen landwirtschaftlichen Verbände vereint. Für Bauernbund Ostbelgien sitzt Boerenbond am Verhandlungstisch.
Agrofront fordert seit Langem strengere Maßnahmen gegen IBR. Bei langen Verhandlungen wurden die Ursachen der erneuten Ansteckungen auf den betroffenen Betrieben eingehend analysiert. Dabei zeigte sich deutlich: Rund ein Drittel der Fälle ist unmittelbar auf den Ankauf von Tieren zurückzuführen, die sich später als IBR-positiv erwiesen. Auch die Nachbarschaft zu Handels- und Abmastbetrieben kann ein erhöhtes Ansteckungsrisiko darstellen.
Zwei Lösungswege – ein Kompromiss
Auf Grundlage dieser Analyse wurden zwei Lösungswege erarbeitet. Eine Möglichkeit bestand darin, den Viehhandel mit Instrumenten auszustatten, die eine bessere Rückverfolgbarkeit und mehr Sicherheit gegen Infektionen beim Transport gewährleisten. Da diese Lösung vom Handel verworfen wurde, blieb nur die zweite Möglichkeit übrig: eine verstärkte Kontrolle nach dem Transport.
Der schließlich erzielte Kompromiss sieht vor, dass künftig auch in Abmastbetrieben Blutanalysen durchgeführt werden. Damit wird die bereits seit Jahren in Zuchtbetrieben geltende Überwachung durch Quarantäne und Blutuntersuchungen gezielt ergänzt.
Der Bauernbund steht hinter den verschärften Regeln
Der Bauernbund begrüßt, dass die Verhandlungen mit Minister Clarinval zu einem Ergebnis geführt haben. Wie jeder ausgearbeitete Kompromiss bringt auch diese Lösung Vor- und Nachteile mit sich. In unseren Augen überwiegen die Vorteile deutlich.
Wir verstehen, dass der Viehhandel nicht mit allen Punkten einverstanden ist. Trotz dieses Verständnisses teilen wir seine ablehnende Haltung nicht.
Für uns steht der Schutz der Rinderhalter im Mittelpunkt. Der Status quo ist keine Lösung: Jede erneute Ansteckung kann für einen Betrieb schwerwiegende Folgen haben. Deshalb unterstützt der Bauernbund die verschärften Regeln. Sie geben Belgien eine echte Chance, IBR endlich in den Griff zu bekommen.