Seit jeher ist Italien ein bedeutendes Agrarland, dessen Wurzeln bis in die Römerzeit zurückreichen, als fortschrittliche Bewässerungssysteme und weitläufige Villen mit landwirtschaftlichen Flächen das Landschaftsbild prägten. Heute ist Italien die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 2,2 Billionen Euro. Die italienische Wirtschaft ist stark exportorientiert, mit Kernsektoren wie Mode, Automobilindustrie sowie Agrar- und Lebensmittelprodukten.
Italien lässt sich grob in drei landwirtschaftliche Zonen unterteilen. Der Norden, mit der Poebene als Kerngebiet, zeichnet sich durch großflächige und stark mechanisierte Landwirtschaft aus. In Mittelitalien gibt es vor allem kleine Betriebe mit Wein- und Olivenanbau, während im Süden und auf den Inseln mediterrane Kulturen wie Zitrusfrüchte, Oliven und Artischocken vorherrschen.
Einblick in den italienischen Land- und Gartenbausektor
In Italien sind bei einer Gesamtbevölkerung von rund 60 Millionen Einwohnern etwa 1,2 Millionen landwirtschaftliche Betriebe tätig. Zusammen bewirtschaften diese Betriebe fast 13 Millionen Hektar Acker- und Gartenbaufläche. Die durchschnittliche Anbaufläche pro landwirtschaftlichem Betrieb beträgt damit etwa 11 Hektar, gegenüber 27 Hektar in Flandern. Trotz dieser geringen Größe erwirtschaftet Italien etwa 3.500 Euro Wertschöpfung pro Hektar, was zu den höchsten Werten in Europa gehört. Das Verhältnis beträgt etwa zwei Drittel pflanzlicher und ein Drittel tierischer Produktionswert. Die Bio-Anbaufläche macht 18 % der italienischen landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Damit ist Italien einer der Vorreiter in der Europäischen Union.