Rein in die Stiefel: Austausch, Sorgen und Zukunft

Verfasst am 3.06.2026
Veröffentlicht in Ausgabe 2026 - 11

 Im April durften wir gemeinsam mit diversen Politikerinnen und Politikern Ostbelgiens den Betrieb der Familie Reul in Raeren besuchen. Alexander Reul ist seit 2016 Betriebsleiter. Seine Eltern Hans und Resel stehen ihm dabei täglich zur Seite. Die drei empfingen uns an diesem Donnerstag im April herzlich in ihrem historischen Anwesen.

Anaëlle Hick

Aus der Politik waren unter anderem die Parlamentspräsidentin Patricia Creutz-Vilvoye (CSP) und die Abgeordneten José Grommes (ProDG), Andreas Jerusalem (Ecolo), Björn Klinkenberg (SP) und Gerhard Löfgen (PFF) sowie Linda Zwartbol (SP) anwesend. Vom Bauernbund Ostbelgien waren der Präsident Roger Croé und die Geschäftsführerin Ingrid Mertes, präsent. Auch der Grüne Kreis war mit Präsident Philipp Croé, Jannis Zimmermann und Maria Maraite vertreten.

Zunächst fand ein offener, interessanter und bereichernder Austausch zwischen Politik und Landwirtschaft statt. Für den Bauernbund ist es eine wertvolle Gelegenheit, unsere Sorgen, Herausforderungen, aber auch unsere Leidenschaft für die Landwirtschaft direkt anzusprechen. Währenddessen betreut die ausgebildete Bauernhofpädagogin, Maria Maraite, die Kinder und gibt ihnen auf spielerische Weise einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Landwirtschaft. Im Anschluss an das Gespräch gewährt uns die Familie Reul einen spannenden Einblick in ihren Betrieb.

Warum „Rein in die Stiefel“?

Roger Croé begrüßt die Gäste und informiert, dass die Initiative „Rein in die Stiefel“ ursprünglich aus Flandern komme. Ziel des Bauernbundes ist es, alle Abgeordneten des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die den Wunsch geäußert haben, auf einen landwirtschaftlichen Betrieb Ostbelgiens einzuladen.

„Es geht um den Kontakt“, sagt Ingrid Mertes gleich zu Beginn. Es geht um den Kontakt und den Austausch zwischen Politik und Landwirtschaft. „Kommt mal zu uns und schaut euch die Realität an“, formuliert sie es. „Das ist jetzt die dritte Runde. Wir haben mit dem Ministerpräsidenten auf dem Hof Dahlen begonnen. Dann hatten wir eine zweite Gruppe bei Belinda Geiben in Burg-Reuland.“ Sie betont außerdem: „Wir versuchen immer die verschiedenen Fraktionen zu mischen.“ Auch an diesem Tag sind wieder unterschiedliche Parteien vertreten.

Der Bauernbund

Der Tag beginnt mit einer Präsentation von Ingrid Mertes, in der sie den Bauernbund vorstellt: Was ist der Bauernbund? Wie setzt er sich zusammen? Wer ist in welchen Arbeitsgruppen tätig? Wie gestaltet er seine Arbeit? Für den Bauernbund steht nicht das Interesse des Einzelnen, sondern die Verantwortung für die gesamte Landwirtschaft im Vordergrund. Ingrid Mertes bringt die Aufgabe in einem Satz auf den Punkt: „Wir vertreten nicht den individuellen Landwirt, sondern wir vertreten die Landwirtschaft.“ Diese Vertretung bedeutet jedoch weit mehr als reine Lobbyarbeit. Natürlich geht es darum, Stellungnahmen zu verfassen, an Versammlungen teilzunehmen und politische Prozesse zu begleiten. Gleichzeitig versteht sich der Bauernbund aber auch als Vermittler und Kommunikationsschnittstelle. Medien wenden sich an den Verband, Politiker fragen nach Einschätzungen und Ministerien holen Rückmeldungen ein. Der Bauernbund freut sich über ein „konsultatives Umfeld“, in dem die Landwirtschaft nicht nur protestiert, sondern aktiv mitarbeiten kann. Besonders hebt Mertes hervor, dass Ostbelgien durch seine hohe Mitgliederzahl auch auf wallonischer Ebene Gewicht hat und als Ansprechpartner ernst genommen wird.

Die ostbelgische Landwirtschaft: ein Überblick

In der Präsentation wird insbesondere auf die Landwirtschaft in Ostbelgien eingegangen. Denn diese Landwirtschaft ist in der Tat eigen: 15 % der gesamten Milch der Wallonie kommen von den 11 % Milchviehbetrieben aus Ostbelgien, 27 % der Betriebe sind biozertifiziert und 90 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche besteht aus Dauergrünland. „Der durchschnittliche ostbelgische Betrieb hat 50 Hektar, 90 Rinder, zwei Arbeitskräfte und der Betriebsleiter ist 52 Jahre alt. 285 Landwirte halten Milchkühe”, so Ingrid Mertes. Die Anzahl der Milchkühe ist in Ostbelgien stark gesunken: Zählte man 1979 noch 43.324 Milchkühe, waren es 2023 noch 23.187 – ein Rückgang von gut 46 % binnen 44 Jahren. Da die Anzahl Fleischrinder in diesem Zeitraum nur um knapp 3.000 Tiere gestiegen ist, sank der gesamte Rindviehbesatz pro Hektar auf inzwischen 1,31 Großvieheinheiten pro Hektar. Ostbelgien liegt im Mittelwert unter den ominösen 1.4 GVE, die in de Wallonie als „sehr niedriger Viehbesatz” gelten.

15% der wallonischen Milch kommt aus Ostbelgien
27% der Betriebe sind biozertifiziert
90% Dauergrünland
Durchschnittlicher Betrieb: etwa 50 ha, 90 Rinder, zwei Arbeitskräfte, Betriebsleiter 52 Jahre, 1,31 GVE pro ha
Milchviehbetriebe halten im Mittel 90 Kühe

Für Ingrid Mertes ist bei dieser Präsentation vor allem wichtig, „über Fakten zu reden“. Man spreche von den Bauern und ihrer Gülle und Spritzerei, doch die Wirklichkeit sei anders. Der geringe Viehbesatz und der hohe Anteil an Dauergrünland sprechen für sich. Den Politikern soll anhand von Fakten und Zahlen klar vor Augen geführt werden, was die ostbelgische Landwirtschaft genau ist, und es sollen Vorurteile ausgeräumt werden.

Sorgen

Auch ist es für den Bauernbund die Gelegenheit seinen Sorgen Raum zu schaffen. Zu den angesprochenen Themen gehören die Natura-2000-Flächen, die Stickstoffgesetzgebung, das Aussterben der Betriebe, die Nahrungsmittelautonomie und das Carbon-Farming,

Zu den größten von Ingrid Mertes angesprochenen Sorgen gehört die rechtliche Unsicherheit rund um Natura 2000 und die Stickstoffgesetzgebung. Fast ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Ostbelgien liegt in Natura-2000-Gebieten. Für sie ist das kein abstrakter Umweltbegriff, sondern eine konkrete Belastung für Betriebe, deren Genehmigungen unter Umständen angefochten werden könnten. „Das ist für uns ein großer Sorgenfaktor“, sagt sie und veranschaulicht die große Nähe zu besonders schützenswerten Natur mit den Worten: „Und weil wir so viele Natura-2000-Flächen haben, gibt es überall die “Krümel“ – es sieht aus wie ein Streuselkuchen“.

Gleichzeitig weist Ingrid Mertes auf den tiefgreifenden Strukturwandel in der Landwirtschaft hin. Das Höfesterben geht weiter. „Ein toter Hof steht auch nicht wieder auf.“ Hinter jedem Hof stecken Generationen von Arbeit, Kapital und Verantwortung. Wer heute einen Betrieb übernimmt, tut das sehr bewusst. Für sie ist klar: Diese Entscheidung fällt heute niemand mehr aus Gewohnheit. „Wer heute einen Hof übernimmt, der hat ganz sicher auch andere Möglichkeiten“, so Mertes.

Der Bauernbund betrachtet Landwirtschaft jedoch nicht nur regional, sondern auch im größeren Zusammenhang von Nahrungsmittelautonomie und gesellschaftlicher Stabilität. „Und Ostbelgien ist ein Gunststandort für Milch und Fleisch und die Nahrungsmittelautonomie ist für uns auch eine ganz mächtige Waffe. In Kriegszeiten denken wir, dass man eine Lehre daraus ziehen muss.“ Lebensmittelproduktion darf nicht leichtfertig geschwächt werden. Vor allem nicht durch Auflagen, die an der Realität vorbeigehen. Sie veranschaulicht dies anhand des Beispiels der Flussperlmuschel: „Die gesamte Our darf nur fünf Milligramm Nitrat pro Liter Wasser enthalten, um die Flussperlmuschel zu schützen. Überall sonst sind es 50 mg, also zehnmal so viel. Und wir überschreiten in zwei oder drei Proben im Jahr diese fünf Milligramm ganz knapp, dann sind es mal sechs oder sieben Einheiten. In ganz Belgien reicht hingegen ein Wert unter 50 Milligramm aus. Jetzt sind wir besorgt, dass das Einzugsgebiet der Our auf einmal noch strengere Auflagen bekommt, weil der Wert manchmal überschritten wird“.

Ein weiterer Punkt, der ihr erkennbar Sorge bereitet, ist der zunehmende Druck auf landwirtschaftliche Flächen. „Ist es denn logisch, wenn Photovoltaik auf dem Boden installiert wird und dann auf einmal Gemüse vertikal angebaut wird? Ist es logisch, dass du Photovoltaik über den Acker installierst, aber keine über Parkplätze?“ Besonders kritisch sieht sie, wenn finanzstarke Akteure wie Häfen zum Beispiel Flächen als Kohlenstoffspeicher aufkaufen und dort Carbon-Farming betreiben. „Diese Industrien haben Geld, sie kaufen Land, wie sie lustig sind und bei den Preisen kann kein Bauer mithalten. Das kannst du nicht mit Fleisch und Milch erwirtschaften“, erläutert Ingrid Mertes.

„Für uns ist Folgendes nachdenkenswert: Die Steigerung der Milchproduktion ist niedriger als das globale Bevölkerungswachstum.“ Zwar war das letzte Jahr aufgrund des guten Wetters und der Verlagerung der Kalbungen aufgrund der Blauzungenkrankheit ein super Milchjahr. Das hat zu einer noch nie dagewesenen Milchproduktion im Herbst und Winter geführt. Trotzdem kann die Milchproduktion im mehrjährigen Mittel mit dem Bevölkerungsanstieg nicht Schritt halten. Die Geschäftsführerin führt fort: „Wir machen uns Sorgen. Ihnen als Politiker wollen wir klar sagen, dass man das auch auf dem Radar hat. Die Menschen, die in Nigeria nicht satt werden, werden irgendwann weglaufen. Sobald die ersten verhungern, werden die anderen nicht tatenlos zuschauen, sondern dorthin fliehen, wo es noch etwas zu essen gibt. Wenn wir uns über Migration beschweren, dann müssen wir auch zugeben, dass der Nimby-Effekt ‚Not in my backyard‘ keine Lösung ist. Wir können nicht sagen: ‚Wir haben ja genug Milch, wir werden satt hier.‘ Aber die anderen, die nicht satt werden, werden irgendwann zum Problem.“

Mit ihren Interventionen hat Ingrid Mertes anhand von Fakten und konkreten Beispielen gezeigt, dass die Landwirtschaft nicht nur unter Druck steht, sondern tagtäglich enorme Leistungen für die Gesellschaft erbringt. Hinter ihren klaren Worten stehen Sorgen, die bei der Politik Gehör finden sollen.

Im Gespräch: Wirklichkeit und Theorie

Zufriedenheit der Landwirte

Der PFF-Abgeordnete Gerhard Löfgen, freundschaftlich von Allen auch „Camillo“ genannt, stellt im Anschluss der Präsentation eine grundlegende Frage: „Also ich bin ja nicht Landwirt, aber mich würde mal interessieren, wie zufrieden die Landwirte sind. Man hört ja wirklich glückliche Landwirte und dann hört man die Landwirte, die eher unglücklich sind. Ich glaube hier ist der richtige Ort, um so eine Idee zu bekommen. Wo steht die ostbelgische Landwirtschaft?“ Eine sehr ehrliche Frage des Abgeordneten, auf die die Landwirte gerne und offen geantwortet haben. Roger Croé ist direkt darauf eingegangen und erklärt, dass er klein angefangen habe. Doch mit den Jahren habe er sich und den Betrieb weiterentwickeln können. Seinen Kindern habe nie an etwas gefehlt. Natürlich sei dieser Beruf mit Verzicht verbunden. Zum Beispiel gehe man nicht jährlich mit den Kindern in den Urlaub. Seine Frau Rita ergänzt, ein Urlaub sei immer auch eine große logistische Herausforderung gewesen. Sie fasst zusammen: „Es gibt immer gute und schlechte Zeiten. Im Großen und Ganzen sind wir aber sehr zufrieden“.

Bei den jüngeren anwesenden Landwirten findet diese Frage ebenfalls Anklang. Jannis Zimmermann erklärt: „Wie soll ich das jetzt ausdrücken? Das liegt auch ein bisschen an der Generation. Bei uns im Grünen Kreis hört man sehr selten einen nörgeln. Wir sind eigentlich sehr motiviert und wollen nach vorne.“ Philipp Croé beschreibt diese Generation als aktiv und konstruktiv. „Wir engagieren uns sehr aktiv“, erklärt er und dabei merke man auch, „dass das etwas bewirkt“. Sein Weg führt nicht in den Rückzug, sondern über Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und konkrete Einflussnahme.

Auch Alexander Reul ist mit seinem Beruf sehr zufrieden. „Er ermöglicht bei schönem Wetter draußen arbeiten, bei schlechtem Wetter mache ich eben was anderes.“ Doch dieselbe Freiheit, die viele als Erfüllung erleben, hat ihren Preis. Landwirtschaft kennt keinen Feierabend auf Knopfdruck. Tiere warten nicht bis Montagmorgen, Kühe kennen keine Vier-Tage-Woche und wenn Fehler passieren, muss man manchmal tief in die Tasche greifen. Alexander Reul formulierte diese Kehrseite sehr deutlich: „Man ist auf Abruf.“ Und genau das scheint für viele zum Kernproblem zu werden. Gerade in einer Zeit, in der Begriffe wie Work-Life-Balance, Freizeit und persönliche Freiräume gesellschaftlich immer wichtiger werden. Gerhard Löfgen fasst es wie folgt treffend zusammen: „Die Kühe sind sieben Tage auf sieben da.“

Unnötige Bürokratie: eine Belastung

Dass viele Landwirte jedoch frustriert wirken, ist keineswegs eingebildet. Immer wieder kommt im Gespräch zur Sprache, dass nicht die Arbeit selbst, sondern die zunehmende und komplizierte Bürokratie der größte Frustfaktor ist.

Für Resel Reul sind die Auflagen und Formalitäten ein großes Problem in der Landwirtschaft: „Ich glaube aber auch, dass vielen Landwirten die Formalitäten aufstoßen. Es gibt weniger aktive Landwirte als Personen, die in Büros arbeiten und die Landwirtschaft beaufsichtigen. Und immer, wenn ein Baum gefällt wird, muss man 20 Seiten ausfüllen. Das ist doch nicht normal. Das stört sehr viele Landwirte.“ In der Runde können alle Landwirte dieser Aussage nur zustimmen.

Alexander Reul schildert besonders anschaulich, wie umständlich selbst scheinbar einfache Situationen im Alltag eines Landwirts werden können. In einem konkreten Fall ging es um eine zugewachsene Gasse, die der Gemeinde gehörte. Der Lohnunternehmer wollte dort irgendwann nicht mehr durchfahren und hat angeboten, die hinderlichen Äste selbst zu kappen. Er fährt fort: „Dann ist der Förster gekommen, wir haben zusammen geguckt, welcher Ast weg kann.“ Von der Gemeinde hieß es jedoch, er müsse einen Antrag mit sämtlichen Codes stellen – Codes, die er nicht kannte. Alexander Reul schließt mit der Bemerkung: „Es hat sich alles geregelt. Andererseits denke ich mir aber: Wenn der Förster kommt und sagt: ‚Okay, dieser Baum kann weg.‘ Dann soll es auch gut sein und es soll nicht so eine Aktion losgetreten werden.“

Für den Ecolo-Abgeordneten, Andreas Jerusalem, liegt dahinter ein grundsätzliches politisches Problem. „Manchmal hat man das Gefühl, irgendwo geht der gesunde Menschenverstand verloren“, sagt er. Man wolle bis ins letzte Detail Regeln erfassen, wodurch laut dem Abgeordneten jedoch „Schwachsinnsregeln“ entstünden. Roger Croé fasst denselben Gedanken knapper, aber nicht weniger treffend zusammen: „Mehr Logik muss da manchmal reinkommen.“ Dieser Satz steht wie ein Leitmotiv über dem gesamten Gespräch.

Wertschätzung der Landwirtschaft

Ein weiterer angesprochener Punkt ist die Wertschätzung der Landwirtschaft. Zu dieser Zermürbung kommt noch etwas anderes: das Gefühl, dass Landwirtschaft zwar gern romantisiert, aber im Alltag oft zu wenig wertgeschätzt wird.

Andreas Jerusalem nennt dazu ein Beispiel, das viele im Raum sofort nachvollziehen können: „Jeder ist bereit, 20 Euro für eine Stunde Reiten zu bezahlen.“ Bei Lebensmitteln dagegen werde um jeden Cent gefeilscht. Genau darin liege ein grundlegender Widerspruch. Wenn Produkte teurer werden, ist die Empörung oft groß, obwohl gleichzeitig für Freizeit und Konsum ganz andere Maßstäbe gelten. Dabei leisten die Betriebe weit mehr, als nur Milch oder Fleisch zu erzeugen. Hans Reul erinnert daran, dass gerade die Landschaft, die so viele Menschen an Ostbelgien schätzen, von Landwirten geschaffen und gepflegt wird: „Die Touristen, die kommen ja sehr gerne hierhin, um die Landschaft und die Natur zu sehen. Und die Landwirte haben die Landschaft gestaltet, wie sie ist.“ Wertschätzung für die Landwirtschaft bedeutet deshalb auch, anzuerkennen, dass hinter jedem Produkt, jeder Wiese und jeder gepflegten Hecke Arbeit, Verantwortung und täglicher Einsatz stecken.

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Der Betrieb Reul in Raeren:

Seit 2016 ist Alexander Reul Betriebsleiter. Seine Eltern helfen weiterhin im Betrieb mit.

Bewirtschaftete Fläche: rund 90 Hektar

Milchleistung: von anfänglich rund 400 000 Litern Milchquote auf heute etwa 1,2 Millionen Liter gewachsen

Weidegang spielt weiterhin eine wichtige Rolle, ist aber zeitaufwendig

Wichtige Investitionen im Laufe der Jahre: Stallbau 1997, Jungviehstall 2008, Umbau eines Flügels 2016, Fahrsiloanlage 2022

Zukunftsperspektiven: weitere gezielte Verbesserungen, automatisches Melken nicht ausgeschlossen, auch eine eventuelle spätere Umstellung auf Bio ist kein Tabu

Dankesworte

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für den konstruktiven Dialog. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt der Familie Reul für ihre große Gastfreundschaft und dafür, dass sie die Türen ihres Betriebes für diesen wichtigen Austausch geöffnet hat.

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Ein paar Eindrücke vom Tag

Björn Klinkenberg:

„Ich bin sehr begeistert, vor allen Dingen auch vom Austausch mit den Verantwortlichen vom Bauernbund und mit den Vertretern vom Grünen Kreis – wie vielfältig eigentlich der Beruf Landwirt ist. Und wie gesagt, ich bin ja mit meinem Sohn heute hierher gekommen. Ich werde ihn gleich noch fragen, was sein Berufswunsch ist. Vielleicht weiß er ja nachher,was er später mal machen möchte. Und ich bin mal gespannt auf seine Antwort. Was mich sehr begeistert hat, war der Einsatz der Tränkeautomaten, der das Milchtränken an die Kälber vollautomatisiert hat. Alexander weiß ja genau, wann welches Kalb wieviel getrunken hat. Dass das Ganze auch schon per App steuerbar ist, ist schon sehr zukunftsorientiert und das ist schon echt klasse optimiert.“

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José Grommes:

„Wir haben eine lebendige Landwirtschaft hier in Ostbelgien mit motivierten jungen Landwirten. Wir haben einen wunderbaren Hof hier besichtigen dürfen. Ich bin auch ein bisschen in der Landwirtschaft groß geworden, links und rechts, aber ich lerne immer wieder Neues.“

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Patricia Creutz-Vilvoye:

Die Parlamentspräsidentin im Schulterschluss mit Bauernhofpädagogin Maria Maraite.

“Also, wir haben wirklich einen Einblick hinter die Kulissen bekommen. Und es erfüllt einen mit viel, viel Respekt, weil es eine sehr, sehr bedeutende und wichtige Arbeit für uns alle ist. Und wenn man sieht, wie liebevoll und respektvoll man auch hier mit den Tieren umgeht, das ist ‚ne gute Sache.

Zusätzlich finde ich es auch sehr interessant, dass man nicht vergessen hat, dass Schulferien sind. Man hat auch für die Kollegen die Möglichkeit eröffnet, die Kinder mitzubringen. Gerade Bauernhofpädagogik, da sehe ich wirklich auch große Chancen drin, dass Kinder von klein an viele Dinge mit mehr Respekt begegnen. Das Ganze ist eine ganz tolle Sache und ich bin sehr froh, dass wir auch so zahlreich als Abgeordnete hier waren und Chapeau für diese Arbeit. Es ist ein Beruf mit Leidenschaft und das haben wir hier richtig gespürt.“

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Andreas Jerusalem:

„Ich war sehr froh über den konstruktiven Austausch. Ich glaube, die Politik muss sich häufig fragen, wie sie Dinge ermöglichen kann für die Landwirtschaft. Und auch im Dialog mit den Landwirten und Landwirtinnen bleiben. Und ja, ich glaube, es gibt einige Herausforderungen. Manche Höfe verschwinden.

Es kommen aber zum Glück auch neue nach. Es gibt eine agile und eine motivierte Generation, die nachkommt. Und von daher glaube ich, dass das ein Tag ist, aus dem viele von uns positiv und optimistisch rausgehen. Und die Kinder hatten auch einen tollen Vormittag.“