Unsere Landwirte verdienen einen fairen Preis!

Verfasst am 7.07.2016
Abgelegt unter Bauernbund unternimmt

Genießen Sie auch gerne eine leckere Mahlzeit? Die Zutaten findet man jederzeit überall in den Geschäften, immer in Topqualität und preiswert. Ist das nicht toll?

Oder doch nicht?

Von jedem Euro, den Sie an der Ladentheke für Ihre Ernährung ausgeben, erhält der Landwirt gerade einmal 20 Cent! Unsere Landwirte arbeiten hart und ihre Erwerbstätigkeit ist risikoreich. Aber sie schaffen es, uns tagtäglich mit einer breiten Palette von hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen. Doch wenn die Abrechnung kommt, müssen sie feststellen, dass ihre Kosten nicht gedeckt werden.

Diese Situation ist untragbar, sowohl für unsere Landwirte als langfristig auch für Sie als Verbraucher. Denn wenn unsere Landwirte gezwungen sind, das Handtuch zu schmeißen, ist es auch vorbei mit der Fülle und Vielfalt von hochwertigen lokalen und regionalen Produkten in den Regalen der Warenhäuser.

Ürigens…

Wussten Sie, dass Hundefutter für Bello oft mehr kostet als die durchschnittliche Mahlzeit zuhause? Das muss zu denken geben. Bei unseren Landwirten hinterlässt diese Feststellung jedenfalls einen bitteren Nachgeschmack. Sie haben es verdient, einen fairen Preis für ihre Produkte zu erhalten. Einen Preis, der ihre Kosten deckt, ein Einkommen abwirft und Spielraum für die erforderlichen Investitionen und Innovationen lässt.

Weshalb diese Kampagne?

Sämtliche Teilbereiche der Landwirtschaft stecken in der Krise; alle haben größte Schwierigkeiten, ihre Kosten zu decken und ein angemessenes Einkommen, geschweige denn Gewinne zu erwirtschaften. Nun, gute und schlechte Zeiten hat es immer gegeben; auf schlechte Jahre folgten wieder gute. Diese Regel gilt seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Die Kosten sind gestiegen – und sie steigen weiter –, aber die Preise, die der Landwirt für die Früchte seiner Arbeit erhält, folgen dieser Entwicklung nicht. Das setzt die Gewinnspanne der Betriebe und folglich das Einkommen der Landwirte unter Druck. Aber ohne ausreichende Gewinnspanne kann kein Betrieb investieren, innovieren, sich verbessern – kurzum: überleben!

Der Bauernbund setzt sich für Landwirte aller Richtungen ein: groß und klein, konventionell und biologisch, spezialisiert und diversifiziert,

Nachhaltigkeit

Nachhaltiger gestalten bedeutet, den Druck auf die Natur und die Umwelt zu senken: weniger Ausstoß von CO2, Methan, Lachgas, Ammoniak, Feinstaub, weniger Belastung durch Stickstoff, Phosphor, weniger und gezielterer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, durchdachte Verwendung von Wasser, Energie und Böden, Beachtung des Tierwohlbefindens, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, …

Nachhaltigkeit anstreben bedeutet, ein Gleichgewicht suchen zwischen Ökonomie und Ökologie unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Erwartungen. Nachhaltigkeit ist mehr als ein Slogan; ihre Verwirklichung ist ein permanenter, nie endender Prozess. Um diesen Prozess in Gang zu halten, bedarf es fairer Preise für eine ausreichende Gewinnspanne.

Wie prekär die Lage geworden ist, zeigt sich beim Generationswechsel. Auf vier Betriebsleiter, die in Rente gehen, kommt gerade einmal ein Betriebseinsteiger. Die Landwirtschaft blutet aus. Dadurch wird nicht nur die Wirtschaft im ländlichen Raum geschwächt, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln gerät in Gefahr.

Geben Sie zu, so kann es nicht weitergehen. Zum Glück ist es noch nicht zu spät, um eine Wende herbeizuführen. Aber dafür sind auch Sie gefordert.

Was können Sie tun?

Bürger stellen wir hohe Anforderungen. Natur-, Umwelt- und Klimaschutz gehören ebenso zu unseren berechtigten Anliegen wie das Tierwohlbefinden. Und als Verbraucher stellen wir höchste Anforderungen an unsere Nahrungsmittel; sie sollen jederzeit in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen und hochwertig, sicher und für jeden bezahlbar sein.

Als Bürger sind wir gleichzeitig auch Verbraucher, deren Kaufverhalten sich in erster Linie nach dem Preis richtet. An der Ladentheke vergessen wir allzu gerne die Kosten, die mit der nachhaltigen Produktion verbunden sind. Aber wir können ein klares Zeichen setzen. Wenn nachhaltige Lebensmittelproduktion uns am Herzen liegt, dann sollten wir dem nachhaltigen Kaufen und Konsumieren auch Beachtung schenken … und bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Ihr Kaufverhalten wirkt sich bis auf die Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe aus. Ist es nicht an der Zeit, über eine andere Art und Weise des Einkaufens und des Konsumierens nachzudenken?

Sind auch Sie der Überzeugung, dass unsere Landwirtschaft mehr wert ist als das, was die Landwirte derzeit für ihre Arbeit erhalten?

Sind auch Sie der Überzeugung, dass unsere Landwirte ein faires Einkommen verdienen?

Tipps für den Verbraucher