Lumpy Skin Disease in Europa

Verfasst am 28.04.2016

In Bulgarien wurde erstmals Lumpy Skin Disease (LSD) bei Rindern festgestellt. Die ursprünglich aus Afrika stammende Viruserkrankung (Sambia) rückt immer weiter nach Norden vor.

Lumpy Skin Disease (LSD) oder ansteckende noduläre Dermatose ist eine Viruserkrankung der Wiederkäuer, die mit knotigen Veränderungen der Haut und der Schleimhäute einhergeht. Der Erreger gehört zu den Pockenviren. Typische Krankheitssymptome sind Knoten auf der Haut („Beulenhaut“) und an den Schleimhäuten. Die Krankheit kann mit ernsthaften Gesundheitsproblemen einhergehen: Fieber, allgemeine Schwäche, Futterverweigerung, … Die Knoten sterben ab und werden oft bakteriell infiziert. Der Genesungsprozess kann u.U. sehr langwierig sein. Die Sterblichkeitsrate aufgrund Unterernährung und allgemeiner Schwäche wird auf weniger als 10% veranschlagt.

Die Übertragung von LSD erfolgt durch direkten Tierkontakt und beißende Insekten (Stallfliegen, Mücken, Bremsen, …), aber auch durch kontaminierte Häute. Die Ausbrüche konzentrieren sich meist auf Gebiete mit einem hohen Vorkommen beißender Insekten. Sie kommen vermehrt bei warmem Wetter nach intensivem Regen oder in der Nähe von Gewässern vor. Die Krankheit verbreitet sich nur langsam und kann relativ leicht durch die Keulung infizierter Herden und Transporteinschränkungen für Rinder unter Kontrolle gehalten werden.

Neue Ausbrüche in Bulgarien

Aus Bulgarien werden seit Mitte April erstmals 25 LSD-Ausbrüche in drei verschiedenen Regionen gemeldet. Der Erreger ist wahrscheinlich aus der Türkei eingeschleppt worden. Auch Griechenland, wo 2015 erste Fälle aktenkundig wurden, kommt als Herkunft in Betracht.

LSD ist in Afrika endemisch und hat sich 2013-2014 in Richtung Mittlerer Osten und Türkei ausgebreitet. 2015 war erstmals auch Griechenland mit 122 Ausbrüchen betroffen. In September wurde Griechenland von der EU-Kommission eine Notimpfung gegen die ansteckende Krankheit zugestanden. Dabei wurden 170.000 Tieren ein aus Südafrika importierter Lebendimpfstoff verabreicht. Die Impfkampagne war allerdings kein voller Erfolg, da in diesem Jahr erneut Fälle nachgewiesen wurden.

Bedrohung für Belgien

Als Folge der jüngsten Ausbrüche gilt für den südlichen Teil Bulgariens ein Abtransportverbot von Rindern in andere Gebiete. Belgien importiert ohnehin schon seit geraumer Zeit keine Rinder mehr aus Bulgarien. Über eventuelle Importe von unbehandelten Häuten aus dem infizierten Gebiet liegen keine Erkenntnisse vor. Problematisch ist aber, dass alle Rinder, die aus der EU in die Türkei exportiert werden, durch das infizierte Gebiet transportiert werden. Es besteht somit durchaus die Gefahr, dass der Erreger durch zurückkehrende Viehtransporter weiter nach Westeuropa verschleppt wird. Hygiene und Biosicherheit muss deshalb die größte Beachtung geschenkt werden. Der Bauernbund ruft alle Beteiligten dazu auf, ihre Verantwortung zu übernehmen, damit die Krankheit sich nicht weiter ausbreitet.