Ostbelgien ist eine Region, in der Tourismus und Landwirtschaft eng miteinander verbunden sind. Zahlreiche Wander- und Radwege führen durch eine Kulturlandschaft, die nicht nur Erholungsraum für Gäste, sondern zugleich Arbeitsumfeld für die heimischen Landwirte ist. Viele Feld- und Waldwege dienen daher sowohl Freizeitaktivitäten als auch der täglichen Bewirtschaftung der Flächen.
Fremdenverkehrsamt sensibilisiert Besucher
Um ein gutes Miteinander zu fördern, sensibilisiert das Fremdenverkehrsamt Ostbelgien Besucherinnen und Besucher für die Besonderheiten der Landwirtschaft und den richtigen Umgang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen. In Informationsbeiträgen und Verhaltensempfehlungen wird darauf hingewiesen, dass Traktoren und andere Landmaschinen regelmäßig auf den Wegen unterwegs sind und aufgrund ihrer Größe sowie ihrer eingeschränkten Sicht besondere Vorsicht erfordern.
Den Gästen wird empfohlen,
- landwirtschaftliche Fahrzeuge frühzeitig wahrzunehmen und ausreichend Platz zu machen;
- bei Begegnungen hintereinander zu gehen oder zu fahren;
- gegebenenfalls vom Fahrrad abzusteigen und es an den Wegrand zu schieben;
- Blickkontakt mit dem Fahrer zu suchen;
- abzuwarten, bis das Fahrzeug sicher passiert hat;
- sowie in Kurven, an Kuppen und bei Fahrzeugen mit Anhängern besondere Vorsicht walten zu lassen.
Verständnis und Rücksicht auf beiden Seiten
Gleichzeitig macht das Fremdenverkehrsamt deutlich, dass die Landwirtschaft wesentlich zur Pflege und zum Erhalt der ostbelgischen Kulturlandschaft beiträgt. Die Wege, die von Wanderern und Radfahrern genutzt werden, sind für viele Betriebe unverzichtbare Arbeitswege. Verständnis, Rücksichtnahme und Geduld auf beiden Seiten tragen daher entscheidend zu einem sicheren und respektvollen Miteinander bei.
Für den Bauernbund ist es wichtig, dass neben dem Verhalten gegenüber landwirtschaftlichen Fahrzeugen auch andere Themen regelmäßig angesprochen werden. Dazu gehören beispielsweise freilaufende Hunde, die ihre Hinterlassenschaften auf Wiesen und Feldern zurücklassen und damit hygienische Probleme für die Futtergewinnung verursachen können. Ebenso stellen achtlos weggeworfene Abfälle entlang von Wegen oder sogar direkt auf landwirtschaftlichen Flächen ein immer wiederkehrendes Ärgernis dar und und dass Wanderer keine Abkürzungen über Felder nehmen müssen, müsste auch nicht wiederholt werden.
Gleichzeitig möchten wir auch die Landwirte dazu aufrufen, den zahlreichen Wanderern, Radfahrern und Erholungssuchenden mit Rücksicht zu begegnen. Dazu gehören eine angepasste Geschwindigkeit auf stark frequentierten Wegen, das möglichst rasche Reinigen verschmutzter Fahrwege nach Feldarbeiten sowie das Räumen von Schnittgut nach Heckenpflegearbeiten.
Die ostbelgische Kulturlandschaft wird gleichermaßen von den Menschen genutzt, die hier arbeiten, und von jenen, die hier ihre Freizeit verbringen. Ein respektvoller Umgang miteinander ist deshalb entscheidend. Akzeptanz, Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme müssen auf beiden Seiten gelebt werden. Nur so kann das Miteinander auf Feld- und Waldwegen langfristig funktionieren.
Pascale Schröder