Strategien gegen Starenbefall

Verfasst am 20.05.2026
Abgelegt unter Wildtiere
Veröffentlicht in Ausgabe 2026 - 10

In vielen offenen Stallanlagen sorgen Stare zunehmend für erhebliche Probleme. Die geschützten Vögel treten oft in großen Schwärmen auf und verschmutzen Futtertröge, Liegeflächen, Maschinen und Gebäude massiv. In einzelnen Betrieben kann der Befall so stark sein, dass Stallbereiche nahezu vollständig mit Kot bedeckt sind.

Die Folgen sind nicht nur hygienischer Natur : Stare bedienen sich an Futter und Tränken, wodurch es zu Verunreinigungen und gesundheitlichen Risiken für die Tiere kommt. Verschmutztes oder vermindertes Futterangebot kann die Futteraufnahme beeinträchtigen, das Wachstum verzögern und die Leistung mindern. In der Milchviehhaltung wirkt sich dies unmittelbar auf die Milchqualität und damit auch auf die Erlöse aus. Hinzu kommen zusätzlicher Arbeitsaufwand und Stress für die Betriebsleiter.

Auch außerhalb der Ställe richten die Vögel Schäden an, etwa durch das Fressen von Silage oder Saatgut. Besonders offene Stallkonzepte mit Weidegang bieten den Tieren dabei ideale Bedingungen und lassen sich kaum vollständig abschirmen.

Abschreckung und Management: viele Ansätze, begrenzte Wirkung

Landwirte setzen verschiedene Maßnahmen ein, um den Druck durch Stare zu reduzieren. Eine Möglichkeit besteht darin, die Fütterungszeiten anzupassen. Da sich die Vögel vor allem tagsüber im Stall aufhalten, wird das Futter teils erst abends vorgelegt. Auch der Schutz von Silos durch das Abdecken der Anschnittfläche während des Tages kann helfen, Verluste zu begrenzen.

Darüber hinaus kommen unterschiedliche Abschreckungssysteme zum Einsatz. Akustische Vergrämer, etwa mit Raubvogelrufen, sollen die Tiere fernhalten. Häufig werden diese mit visuellen Reizen kombiniert, um den Überraschungseffekt zu erhöhen. Wichtig ist dabei, die Geräte regelmäßig zu versetzen, da sich die Vögel schnell an gleichbleibende Reize gewöhnen.

Ergänzend werden auch Laser-Systeme eingesetzt, die mit grünen Lichtstrahlen arbeiten und von den Vögeln als Bedrohung wahrgenommen werden. Ziel ist es, die Umgebung für die Tiere unattraktiv zu machen, ohne sie direkt zu treffen.

Auch biologische Ansätze werden verfolgt: So kann die Ansiedlung von Greifvögeln wie Turmfalken dazu beitragen, den Starenbestand lokal zu reduzieren. Der Erfolg ist jedoch nicht in allen Fällen zuverlässig. Informationen zu den Turmfalken erhalten die Landwirte bei Aves-Ostkantone (Gerhard Reuter, gerhard@aves-ostkantone.be).

Sondergenehmigung möglich – Antrag im Voraus stellen

Da Stare unter Schutz stehen, sind direkte Bekämpfungsmaßnahmen grundsätzlich nicht erlaubt. In bestimmten Fällen kann jedoch eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Darauf weist die zuständige Verwaltung hin.

Neu ist, dass ein solcher Antrag inzwischen vorsorglich für ein ganzes Kalenderjahr gestellt werden kann – unabhängig davon, ob bereits ein akuter Befall vorliegt. Dies ermöglicht es Betrieben, im Ernstfall schneller zu reagieren, ohne auf eine Genehmigung warten zu müssen.

Voraussetzung bleibt, dass andere Maßnahmen zuvor erfolglos angewendet wurden und die Eingriffe als letztes Mittel erfolgen. Die Genehmigung ist zeitlich begrenzt und verpflichtet die Antragsteller zu einer nachträglichen Berichterstattung über die durchgeführten Maßnahmen.

Zuständig für die Anträge ist die Forstverwaltung. Landwirte müssen ein spezielles Formular ausfüllen und zusammen mit Kartenmaterial ihres Betriebs einreichen. Die individuellen Ergebnisse und Maßnahmen werden dokumentiert und dienen auch der weiteren Bewertung der Situation. Die Antragsformulare sind bei der hier unten zu finden.

Sonderantrag in Abweichung der Vogelschutzmassnahmen .pdf

Rapport concernant l'utilisation d'une dérogation de tir d'oiseaux .pdf

Hier auch die jeweiligen Forstämter mit ihren E-Mail Adressen:

Elsenborn: cantonnement.nature.forets.elsenborn@spw.wallonie.be

Büllingen: cantonnement.nature.forets.bullange@spw.wallonie.be

St. Vith: cantonnement.nature.forets.saintvith@spw.wallonie.be

Eupen: cantonnement.nature.forets.eupen@spw.wallonie.be

Malmedy: cantonnement.nature.forets.malmedy@spw.wallonie.be

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