Wolfszonen im Hohen Venn und bei Saint-Hubert erweitert

Verfasst am 29.09.2026
Abgelegt unter Wildtiere

Die Gebiete mit dauerhaft nachgewiesener Wolfspräsenz werden in der Wallonischen Region größer. Das „Réseau Loup“ des Öffentlichen Dienstes der Wallonie hat die Zonen der dauerhaften Wolfspräsenz (ZPP) im Massif de Saint-Hubert und im Hohen Venn ausgeweitet. Für die Landwirtschaft bedeutet dies vor allem: Mehr Tierhalter können auf Unterstützung beim Schutz ihrer Herden vor Wolfsangriffen zurückgreifen.

Besonders relevant ist die Erweiterung für Ostbelgien. Die ZPP Hohes Venn umfasst inzwischen 70.064 Hektar und damit rund 6.600 Hektar mehr als noch im Juni 2025. Die Ausweitung erfolgte aufgrund neuer Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen am nordwestlichen Rand des bisherigen Gebiets. Die Zone erstreckt sich inzwischen ganz oder teilweise über die Gemeinden Baelen, Büllingen, Bütgenbach, Dison, Eupen, Herve, Jalhay, Limbourg, Malmedy, Raeren, Spa, Stavelot, Theux, Thimister-Clermont, Verviers, Waimes und Welkenraedt.

Auch der BRF berichtet über die Erweiterung. Demnach wurde die Wolfszone Hohes Venn bis zur E40 im Norden und zur E42 im Westen ausgedehnt. Neu profitieren unter anderem Viehhalter in Baelen, Andrimont, Bilstain und Heusy von den möglichen Schutzmaßnahmen.

Unterstützung für Tierhalter

Die Einstufung eines Gebietes als Zone der dauerhaften Wolfspräsenz ist für die betroffenen Tierhalter von praktischer Bedeutung. Innerhalb einer solchen Zone können sie Unterstützung erhalten, um das Risiko von Wolfsrissen zu verringern. Dazu gehören Beratung zur Herdensicherung, Risikoanalysen, die Ausleihe elektrischer Netze sowie Zuschüsse für dauerhafte Schutzmaßnahmen. Vorrang haben Schaf- und Ziegenhaltungen, deren Tiere besonders anfällig für Wolfsangriffe sind.

Die ZPP dient damit nicht lediglich der Dokumentation der Wolfspräsenz. Sie ist unmittelbar mit dem wallonischen Wolfsplan und den dort vorgesehenen Maßnahmen zum Herdenschutz verbunden. Das Geoportal der Wallonie beschreibt die ZPP als Gebiete, in denen die Wahrscheinlichkeit von Schäden an Nutztieren besonders relevant ist. Die Abgrenzung stützt sich auf die vom „Réseau Loup“ gesammelten Nachweise und wird regelmäßig angepasst.

Hohes Venn: mehrfach erweitert

Die ZPP Hohes Venn wurde erstmals im Oktober 2020 eingerichtet und umfasste damals 43.000 Hektar. Seither wurde sie mehrfach angepasst. Im Februar 2022 wuchs sie auf 57.905 Hektar, im Juni desselben Jahres auf 60.691 Hektar. Im Juni 2025 folgte eine weitere Erweiterung auf 63.426 Hektar. Mit der aktuellen Anpassung im September 2026 erreicht die Zone nun 70.064 Hektar. Ausschlaggebend waren jeweils neue Hinweise auf Wolfspräsenz und die Entwicklung der Wolfsreviere.

Auch bei Saint-Hubert wächst die Zone

Nicht nur im Hohen Venn, sondern auch im Gebiet von Saint-Hubert wurde die ZPP erweitert. Dort war am 16. Dezember 2025 ein Wolfspaar in einem Waldgebiet von Saint-Hubert gefilmt worden. Die gleichzeitige Anwesenheit zweier Tiere bestätigte die dauerhafte Ansiedlung von Wölfen in diesem Gebiet. Am 22. Dezember 2025 wurde daraufhin eine ZPP mit zunächst 25.700 Hektar eingerichtet.

Nach neuen Hinweisen auf Wolfspräsenz außerhalb der ursprünglichen Grenzen umfasst die Zone nun 36.719 Hektar. Betroffen sind ganz oder teilweise die Gemeinden La Roche-en-Ardenne, Libramont-Chevigny, Marche-en-Famenne, Nassogne, Rendeux, Sainte-Ode, Saint-Hubert, Tellin und Tenneville.

Karten zeigen die aktuellen Grenzen

Die aktuellen Grenzen der Zonen können über das Geoportal der Wallonie eingesehen werden. Die dort veröffentlichte Datengrundlage wurde am 23. September 2026 aktualisiert. Eine ZPP wird für ein Wolfsgebiet eingerichtet, wenn die dauerhafte Präsenz eines Wolfs anhand entsprechender Nachweise festgestellt wurde. Die Grenzen können sich verändern, wenn sich auch das Wolfsrevier verändert.

Für die ostbelgische Landwirtschaft ist insbesondere die Erweiterung im Hohen Venn von Bedeutung. Sie bringt für weitere Tierhalter den Zugang zu den vorgesehenen Präventionsmaßnahmen. Gleichzeitig zeigt die wiederholte Ausdehnung der Zone, dass sich die von den wallonischen Behörden festgestellten Wolfsgebiete weiter verändern und regelmäßig an die dokumentierte Wolfspräsenz angepasst werden.