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Güllegase – Die lautlosen Killer
In der Viehhaltung sind Güllegase auch als der „lautlose Killer“ bekannt. Freigesetzt werden diese Gase hauptsächlich beim Rühren und beim Pumpen der Gülle. Aber auch beim Öffnen und ganz besonders beim Einstieg in das Güllelager lauert eine tödliche Gefahr. Die beiden gefährlichsten Gase, die sich in der Gülle bilden sind Schwefelwasserstoff (H2S) und Cyanwasserstoff, auch Blausäure genannt (HCN). Letztere kann sowohl über die Atemwege als über die Haut in den Körper eindringen und führt bereits in extrem geringen Konzentrationen zum Tod. Die größte Gefahr für Mensch und Tier ist aber Schwefelwasserstoff, der in der Gülle in größeren Mengen gebildet wird als Blausäure. In geringer Konzentration verbreitet er den Geruch von faulen Eiern. In hoher Konzentration ist es dagegen für unseren Geruchssinn nicht mehr wahrnehmbar, weil Schwefelwasserstoff den Riechnerv lähmt. Schon ein Atemzug kann tödlich sein! Beiden Gase ist zueigen, dass sie schwerer als Luft sind; bei fehlender Luftbewegung sammeln sie sich in Bodennähe an. Weitere Gase, die in der Gülle produziert werden, sind Ammoniak, Methan und Kohlendioxid.
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405 Milcherzeuger in den Hochardennen
Statbel wartet mit Einzelheiten zur Landwirtschaft pro Provinz und pro landwirtschaftliche Region auf. Spezifische Angaben zur Landwirtschaft in der deutschsprachigen Gemeinschaft fehlen leider. Die Hochardennen (d.h. die fünf deutschsprachigen Eifelgemeinden zuzüglich der angrenzenden Gemeinden Weismes und Malmedy) zählten im vergangenen Jahr noch 625 Betriebe. Davon hielten 561 Rinder (90%). Die Zahl der Milchkuhhalter wird auf 405 veranschlagt (72% aller Rindviehhalter), mit einem mittleren Milchkuhbestand von 56,8 Tieren. In der Lütticher Weidegegend, zu der auch die vier Nordgemeinden der DG zählen, waren im vergangenen Jahr noch 1322 Betriebe aktiv. Auch dort handelte es sich dabei überwiegend um Rindviehhalter (80%), wovon wiederum 76% (797 von 1050) Milcherzeuger waren. Sowohl in den Hochardennen als in der Lütticher Weidegegend findet man in drei von vier Rindviehhaltungen (72% bzw. 77%) Mutterkühe vor. Mit durchschnittlich zehn bzw. fünfzehn Mutterkühen pro Betrieb handelt es sich in beiden landwirtschaftlichen Regionen meist um einen Nebenzweig der Hauptproduktion Milch oder um kleinere Nebenerwerbs- oder Hobbybetriebe. Die Schweinehaltung ist in den Hochardennen wie in der Lütticher Weidegegend die Ausnahme (14 Betriebe, 2,2% bzw. 75 Betriebe, 5,7%). In den Hochardennen bauen 52 Betriebe (8,3%) durchschnittlich 11,5 ha Silomais an. In der klimatisch günstigeren Lütticher Weidegegend liegt dieser Anteil doppelt so hoch (16,3), aber die mittlere Silomaisfläche pro Betrieb fällt mit 9,1 ha geringer aus.
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Biolandwirtschaft: Starker Zulauf in 2016
Biowallonie hat die jüngsten Zahlen zur Biolandwirtschaft in der EU, in Belgien und in Wallonien veröffentlicht. Am 31. Dezember 2016 zählte Wallonien 1493 zertifizierte Biobetriebe, 146 mehr als ein Jahr zuvor (+10,8%). Gegenüber 2009 hat sich ihre Zahl verdoppelt und mittlerweile ist jeder neunte landwirtschaftliche Betrieb im südlichen Landesteil ein Biobetrieb (11,8% aller Betriebe). Die Biofläche hat sich innerhalb eines Jahres schlagartig um 12,4% auf 71.290 ha erhöht (+7850 ha). Die Bioproduktion nimmt damit knapp ein Zehntel (9,7%) der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Walloniens in Beschlag. Im Schnitt bewirtschaften die Biobetriebe 47,7 ha, 10 ha weniger als der globale wallonische Durchschnitt (57,6 ha). Bei den wallonischen Bioflächen handelt es sich zu 78,2% um Grünland (55.730 ha, +10,6%) und nur zu 18,8% um Ackerflächen (13.300 ha, +16,7%). Der Rest verteilt sich auf den Obst- (276 ha) und Gemüseanbau (1021 ha). Die Flächennutzung findet man in der Verteilung der Biobetriebe nach Provinz wieder (Tabelle 2). So sind 63 von hundert Biobetrieben in den „grünen“ Provinzen Luxemburg (34%) und Lüttich (29%) angesiedelt. Auffällig ist die geringe Verbreitung der Biolandwirtschaft in der Provinz Hennegau (12%) mit ihren vielen Gemischtbetrieben.
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Arbeitszeit in Milchviehhaltung einsparen
Welche Möglichkeiten bestehen, um die Arbeitsbelastung im Milcherzeugerbetrieb zu reduzieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Studientag in Herve. Wie nicht anders zu erwarten, heißt der Schlüssel: Mechanisierung, Automatisierung, Robotisierung. Mit anderen Worten: Arbeitsentlastung muss man sich (teuer) erkaufen! Per Videokonferenz legten französische Techniker des Institut de l’Elevage ihre Erfahrungen und Empfehlungen dar. Ausgangspunkt war der Vergleich von 17 verschiedenen Stallsystemen im Westen Frankreichs. In Liegeboxenställen wurde ein mittlerer Arbeitsaufwand für die Versorgung des Viehs (exkl. Melken und Füttern) von 4,5 Stunden pro Kuh und Jahr ermittelt, wovon zwei Drittel auf den täglichen Unterhalt der Liegeboxen (Entmisten und Einstreuen) entfallen. Diese Arbeit nimmt in Stroheinstreuställe deutlich weniger Zeit in Anspruch, weshalb dieses Stallsystem mit durchschnittlich 2,9 Stunden pro Kuh und Jahr deutlich besser abschneidet. Für sie sprechen auch die vergleichsweise geringen Baukosten. Dem stehen jedoch selbst auf ackernahen Standorten hohe Funktionskosten gegenüber, die mit zunehmender Entfernung steigen. Diese Stallform findet man deshalb vorwiegend in Gemischtbetrieben mit Getreideanbau vor. Global ist der Liegeboxenstall mit Schubentmistung das kostengünstigste System. Die französischen Berater betonen aber, dass bei der Entscheidung für oder gegen ein Stallsystem neben den Kosten auch andere Faktoren berücksichtigt werden sollten wie das Tierwohlbefinden, der Arbeitskräftebesatz, die jährliche Belegungsdauer des Stalls, die verfügbaren Finanzmittel für eine ausreichende Automatisierung, …
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Wallonisches Milchbarometer
Die Wallonische Region veröffentlicht neuerdings ein Milchbarometer, um die monatlichen und jährlichen Tendenzen in Sachen Rentabilität der Milcherzeugerbetriebe zu verdeutlichen. Als Indikator dient das Arbeitseinkommen pro 100 l Milch. Das Milchbarometer basiert auf den buchhalterischen Angaben einer Stichprobe von spezialisierten Milcherzeugerbetrieben des Buchführungsnetzes der Direktion für landwirtschaftliche Analysen der wallonischen Verwaltung (DAEA). Es werden nur konventionelle Betriebe berücksichtigt, die mindestens 75% ihrer Verkaufserlöse aus der Milcherzeugung erzielen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei den veröffentlichen Zahlen um indikative Mittelwerte handeln. Im Einzelfall kann die Berechnung mehr oder weniger stark abweichen.
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Zukunft der GAP
Im Rahmen der öffentlichen Konsultation zur „Modernisierung und Vereinfachung der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)“ sind nur 323.000 Reaktionen eingegangen, fast die Hälfte (46%) davon alleine aus Deutschland. Unter den Reaktionen befanden sich über 1400 Positionspapiere von Interessenverbänden und -organisationen. 61% der Antworten wurden von der Privatwirtschaft eingereicht, 12% von Wirtschafts-, Unternehmer-, oder Berufsverbänden. Aus Belgien kamen 20.800 Reaktionen. Größer war die Beteiligung nur in Deutschland (147.150), Frankreich (40.400), Italien (38.425) und Spanien (24.775). Beunruhigend ist, dass gerade einmal 3% der Reaktionen von Personen und Organisationen kamen, die direkt mit der Landwirtschaft beschäftigt sind. 93% der Teilnehmer gaben an, in keiner direkten Verbindung zur Landwirtschaft zu stehen. In Belgien versuchen Naturschutzorganisationen massiv Einfluss auf die Gestaltung der zukünftigen GAP zu nehmen. Sie hatten eine gemeinsame Plattform mit vorgefertigten Antworten eingerichtet, über die rund 80% aller Reaktionen aus Belgien eingereicht wurden.
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Copa-Cogeca auf Handelsmission in Kanada
Unter Führung von EU-Agrarkommissar Phil Hogan nehmen Copa und Cogeca in dieser Woche an einer Handelsmission nach Kanada teil. Diese bietet nach dem Abschluss des Freihandelsabkommens mit Kanada (CETA) eine gute Gelegenheit für die Erschließung neuer Märkte. Auf dem Programm stehen zahlreiche Treffen mit kanadischen Ministern sowie Handels- und Landwirtschaftsvertretern.
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Kein Geld beim Wechsel vom Neben- in den Haupterwerb
In Sachen Übernahme- bzw. Ersteinrichtungsbeihilfe treten neue Probleme auf. Im 2. und im 3. Trimester 2016 wurde jeder dritte Antrag abgelehnt, teils weil die Bedingungen nicht erfüllt waren, teils wegen unzureichender Geldmittel. Insgesamt erhalten in diesen sechs Monaten nur 79 von 118 Antragstellern die Beihilfe. Die restlichen 39 gehen leer aus, haben aber die Möglichkeit, einen neuen Antrag einzureichen. Damit nicht genug. Denn Junglandwirte, die vom Neben- in den Haupterwerb wechseln möchten, erwartet eine ganz böse Überraschung: Nach aktuellem Stand der Dinge haben sie kein Anrecht auf die Übernahme- oder Ersteinrichtungsbeihilfe. Die Wallonische Region ist zwar willig, aber die EU schiebt ihr einen Riegel vor: Sie lässt keine Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenerwerb zu. Wer bereits als Nebenerwerbslandwirt niedergelassen ist, ist nach EU-Definition Landwirt, so dass ein Wechsel in den Haupterwerb nicht mehr als Ersteinrichtung eingestuft werden kann … und damit basta.
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Investitionsbeihilfen: vier von zehn gehen leer aus!
Die befürchteten Engpässe in Sachen Investitionsbeihilfen sind eingetreten. Mittlerweile hat die Verwaltung den ersten Schritt der Bearbeitung der im 2. Trimester 2016 eingereichten Anträge abgeschlossen. Dabei hat sich herausgestellt, dass das verfügbare Budget erheblich überschritten wird. Dies hat zu Folge, dass erstmals ein Auswahlverfahren erforderlich wurde. Dabei wurden 162 von 424 der zulässigen Anträge – das sind 38% - abgelehnt! Betroffen sind alle Anträge, die weniger als 25 Punkte erzielt haben, sowie alle Anträge mit 25 Punkten, die nach dem 10. Mai 2016 eingereicht wurden.
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